Der reflective film ist ein von mir entwickeltes Konzept, das Filmemachen im Bildungskontext als persönliche Suchbewegung versteht. Zwei bis fünf Minuten lang, gestaltet in Bild, Ton und Sprache. Kein Drehbuch, keine aufwändige Vorproduktion, kein professionelles Equipment nötig: Die Kamera wird zum Instrument, mit dem Teilnehmende ein selbstgewähltes Thema in der Welt erkunden.

Das Konzept orientiert sich an der Ästhetischen Forschung nach Helga Kämpf-Jansen und eignet sich für verschiedene Bildungskontexte: Hochschullehre, Fortbildungen oder Jugendbildung. Technische Vorkenntnisse sind nicht nötig. Was gefragt ist, ist die Bereitschaft, sich mit dem eigenen Thema einzulassen und es filmisch zu erkunden.

Der Weg von der Idee zum Film gliedert sich in drei Phasen: Sammeln, Sichten, Sortieren.

reflective films von Studierenden der Sozialen Arbeit

DER WEG DES LEBENS

DER WEG DES LEBENS

Finja Jaensch, Elisa Burgbacher, Tatjana Schiefer

UND TÄGLICH STIRBT DAS MURMELTIER

UND TÄGLICH STIRBT DAS MURMELTIER

Lennard Meiner, Sophie Paulig, Laura Schmidt, Nele Solenthaler

SCHMEIẞT MEIN LEBEN AUF DEN MÜLL

SCHMEIẞT MEIN LEBEN AUF DEN MÜLL

David Buhr, Ria Röhricht, Johannes Schäftlein

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Sammeln, Sichten, Sortieren

1

Sammeln

Zunächst sammeln die Teilnehmenden Themenfragmente: Momente, Eindrücke oder Fragen, die sie beschäftigen, begeistern oder irritieren. Aus diesen Fragmenten findet sich ein Team zusammen und formuliert ein gemeinsames Thema. Dann geht es mit dem Smartphone in die Welt: Bilder, Töne und Texte werden gesammelt, ohne Verwertungsgedanken, als freies Erkunden.

2

Sichten

Das Team kommt zusammen und schaut gemeinsam auf das gesammelte Material. Leitfragen: Was spricht mich an? Was irritiert mich? Wo sehe ich Verbindungen? Die Teilnehmenden wählen aus, was in den Film soll, geleitet vom eigenen Blick auf das Thema.

3

Sortieren

Aus dem ausgewählten Material entsteht durch Montage der Film. Die Teilnehmenden probieren aus, ordnen um, fügen Musik, Töne oder eingesprochene Texte hinzu. Am Ende steht ein kurzer Film, der das eigene Thema auf persönliche Weise filmisch reflektiert und nun auch andere zur Reflexion anregen kann.